Montagesysteme, Ablauf, Kosten und Vorschriften fuer Ihre PV-Anlage
Die Wahl des richtigen Montagesystems ist entscheidend fuer die Leistung, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage. In der Schweiz kommen verschiedene Montagesysteme zum Einsatz, die je nach Dachtyp, Gebaeudeart und oertlichen Gegebenheiten ausgewaehlt werden.
Die Aufdach-Montage ist das in der Schweiz am haeufigsten verwendete System fuer Schraegedaecher. Die Solarmodule werden mittels Montageschienen und Dachhaken auf der bestehenden Dacheindeckung befestigt. Zwischen den Modulen und dem Dach bleibt ein Belueftungsspalt, der die Kuehlung der Module sicherstellt und somit den Ertrag optimiert.
Die Vorteile der Aufdach-Montage sind die relativ einfache Installation, geringe Kosten und die Tatsache, dass keine Aenderung an der bestehenden Dachkonstruktion noetig ist. Die Montage dauert fuer ein typisches Einfamilienhaus in der Regel 2-3 Tage.
Bei der Indach-Montage ersetzen die Solarmodule die herkoemmliche Dacheindeckung. Das System wird direkt in die Dachebene integriert und bildet eine optisch ansprechende, glatte Flaeche. In der Schweiz ist diese Variante besonders beliebt, da sie aesthetisch hochwertiger ist und bei Neubauten oder Dachsanierungen eingesetzt werden kann.
Indach-Systeme sind zwar etwas teurer in der Anschaffung (ca. 10-20% Mehrkosten), sparen jedoch die Kosten fuer die Dacheindeckung ein. Bekannte Hersteller von Indach-Systemen in der Schweiz sind Meyer Burger, SunStyle und Megasol.
Fuer Flachdaecher werden spezielle Aufstaenderungssysteme verwendet, die die Module im optimalen Neigungswinkel von 15-30 Grad ausrichten. Die Systeme werden entweder ballastiert (mit Gewichten beschwert) oder mechanisch am Dach befestigt.
Bei der Flachdach-Montage ist eine sorgfaeltige Planung der Reihenabstaende wichtig, um gegenseitige Verschattung zu vermeiden. Ost-West-Aufstaenderungen gewinnen an Beliebtheit, da sie eine gleichmaessigere Stromproduktion ueber den Tag ermoeglichen und mehr Module pro Quadratmeter erlauben.
Fassadenanlagen gewinnen in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Die Module werden vertikal an der Gebaedefassade montiert und dienen gleichzeitig als Wetterschutz und Gestaltungselement. Der Ertrag ist zwar rund 30% geringer als bei optimal geneigten Dachmodulen, dafuer produzieren Fassadenanlagen im Winter und bei niedrigem Sonnenstand verhaeltnismaessig mehr Strom.
Tipp: Die Wahl des Montagesystems beeinflusst direkt den Ertrag und die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten, welches System fuer Ihr Gebaeude optimal ist.
Der erste Schritt ist eine detaillierte Planung. Der Solarteur besucht Ihr Gebaeude, prueft die Dachstatik, nimmt Masse und ermittelt moegliche Verschattungen. Mit spezieller Software wird die optimale Modulanordnung geplant. Diese Phase dauert typischerweise 1-2 Wochen.
In der Schweiz ist fuer die meisten Solaranlagen nur eine Meldung an die Gemeinde erforderlich (Meldeverfahren). Groessere Anlagen oder denkmalgeschuetzte Gebaeude benoetigen eine Baubewilligung. Gleichzeitig wird die Anlage beim Energieversorger und bei Pronovo (fuer die EIV) angemeldet.
Nach Bestellung werden die Solarmodule, Wechselrichter, Montagesystem und Kabel geliefert. Die Lieferzeit betraegt je nach Verfuegbarkeit 2-6 Wochen. Schweizer Premiummodule wie Meyer Burger koennen laengere Lieferzeiten haben.
Die Montage beginnt mit der Installation der Unterkonstruktion. Bei Schraegedaechern werden Dachhaken unter die Ziegel geschoben und mit den Dachsparren verschraubt. Darauf werden Montageschienen befestigt, die als Traeger fuer die Module dienen.
Die Solarmodule werden auf die Montageschienen aufgelegt und mit Klemmen fixiert. Die elektrische Verkabelung wird fachgerecht verlegt und gegen Witterung geschuetzt. Pro Arbeitstag koennen erfahrene Monteure 15-25 Module installieren.
Der Wechselrichter wird im Haus installiert (oft im Keller oder Technikraum) und mit der PV-Anlage sowie dem Hausnetz verbunden. Ein Elektriker schliesst die Anlage an den Zaehlerkasten an und installiert den Einspeisezaehler.
Nach der Installation wird die Anlage getestet und in Betrieb genommen. Ein Sicherheitsnachweis (SiNa) wird erstellt, und die Anlage wird beim Netzbetreiber zur Abnahme angemeldet. Die EIV-Foerderung kann nun beantragt werden.
Die Montagekosten machen einen wesentlichen Teil der Gesamtinvestition aus. In der Schweiz liegen die Gesamtkosten fuer eine schluesselfertige Solaranlage inklusive Montage bei:
| Anlagengroesse | Gesamtkosten (inkl. Montage) | Kosten pro kWp |
|---|---|---|
| 5 kWp (ca. 12 Module) | CHF 13'000 - 16'000 | CHF 2'600 - 3'200 |
| 10 kWp (ca. 24 Module) | CHF 22'000 - 28'000 | CHF 2'200 - 2'800 |
| 15 kWp (ca. 36 Module) | CHF 30'000 - 38'000 | CHF 2'000 - 2'500 |
| 20 kWp (ca. 48 Module) | CHF 38'000 - 48'000 | CHF 1'900 - 2'400 |
Die Montagekosten allein machen typischerweise 20-30% der Gesamtkosten aus. Bei einem Einfamilienhaus mit einer 10-kWp-Anlage betragen die reinen Montagekosten rund CHF 5'000-8'000. Die restlichen Kosten entfallen auf Module, Wechselrichter, Kabel und Planung.
Wichtig: Holen Sie mindestens 3 Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Qualitaet der Komponenten, Garantiebedingungen und Referenzen des Installateurs.
Seit 2014 gilt in der Schweiz ein vereinfachtes Meldeverfahren fuer die meisten Solaranlagen. Anlagen, die genuegend an die Dachflaeche angepasst sind, benoetigen keine Baubewilligung, sondern nur eine Meldung an die zustaendige Behoerde. Dies gilt fuer Anlagen in Bauzonen, die keine Kultur- oder Naturdenkmaeler betreffen.
Solaranlagen muessen verschiedene technische Normen erfuellen:
Waehrend der Montage gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Ab einer Absturzhoehe von 3 Metern sind Schutzmassnahmen wie Geruest, Auffangnetze oder persoenliche Schutzausruestung (PSA) vorgeschrieben. Die SUVA ueberwacht die Einhaltung der Arbeitssicherheit auf Baustellen.
Solaranlagen muessen in die Gebaeudeversicherung aufgenommen werden. In den meisten Kantonen ist die kantonale Gebaeudeversicherung obligatorisch und schliesst Solaranlagen automatisch ein. Zusaetzlich empfiehlt sich eine Ertragsausfallversicherung und eine Allgefahrenversicherung.
Empfehlung: Arbeiten Sie nur mit zertifizierten Installateuren, die ueber die noetige Fachbewilligung (gem. NIV) verfuegen. Der Verband Swissolar fuehrt ein Register qualifizierter Solarteure.